Viele Filialfinder scheitern nicht an der Technik, sondern an den Daten. Eine falsche Hausnummer, veraltete Öffnungszeiten oder eine Filiale, die längst geschlossen ist – solche Fehler fallen Kunden sofort auf. Dieser Ratgeber führt Sie deshalb in der Reihenfolge durch das Projekt, die sich in der Praxis bewährt hat: erst die Daten, dann die Darstellung, dann die Einbindung.
1. Planen: Was soll der Filialfinder leisten?
Bevor Sie eine Zeile Code einbauen, klären Sie drei Fragen:
- Wer sucht? Endkunden, die eine Filiale in der Nähe suchen, brauchen andere Informationen als Fachhändler oder Bewerber.
- Was soll danach passieren? Anrufen, Route planen, Website der Filiale öffnen, eine Anfrage stellen?
- Wie viele Standorte gibt es – und wie oft ändern sie sich? Bei fünf Filialen reicht eine einfache Liste, bei mehreren hundert brauchen Sie Suche, Filter und einen Import.
Aus den Antworten ergibt sich, welche Daten Sie pflegen müssen und welches Layout passt.
2. Daten vorbereiten
Pflichtfelder und sinnvolle Zusatzfelder
Für jeden Standort brauchen Sie mindestens Name, Straße mit Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land. Sinnvoll sind außerdem:
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Link zur Standortseite oder zur Website des Partners
- Öffnungszeiten
- Kategorie (zum Beispiel Filiale, Partner, Servicepunkt)
- Status (zum Beispiel geöffnet, in Planung, vorübergehend geschlossen)
Wenn Ihr Geschäft Besonderheiten hat – etwa Leistungen, Sprachen oder Zuständigkeitsgebiete –, legen Sie dafür eigene Felder an. In My Store Locator heißen sie benutzerdefinierte Felder und lassen sich auf Wunsch auf der Karte anzeigen oder als Filter nutzen.
Adressqualität
Die Karte ist nur so gut wie die Adressen. Prüfen Sie vor dem Import:
- Einheitliche Schreibweise (zum Beispiel „Straße“ statt mal „Str.“, mal „Strasse“)
- Postleitzahl und Ort passen zusammen
- Keine Zusätze wie „2. OG“ im Straßenfeld – dafür gibt es ein eigenes Feld oder die Beschreibung
- Länderangabe bei Standorten außerhalb Deutschlands
Koordinaten
Für die Karte braucht jeder Standort Breiten- und Längengrad. Wenn Sie die Koordinaten bereits haben, übernehmen Sie sie – das ist genauer als jede automatische Ermittlung. Fehlen sie, werden sie aus der Adresse ermittelt. Kontrollieren Sie danach stichprobenartig, ob die Marker richtig sitzen, besonders bei Gewerbegebieten, Einkaufszentren und neuen Straßen.
Öffnungszeiten
Öffnungszeiten sind die Information, die am schnellsten veraltet. Legen Sie fest, wer sie pflegt, und erfassen Sie Mittagspausen als zweites Zeitfenster statt als Freitext. Feiertage und Betriebsferien tragen Sie als Sondertage ein. Nur so kann ein Filter wie „jetzt geöffnet“ korrekt arbeiten.
Kategorien und Status
Halten Sie die Zahl der Kategorien klein. Fünf klare Kategorien sind hilfreicher als zwanzig, die sich überschneiden. Mit Status steuern Sie zusätzlich, welche Standorte als geöffnet gelten und welche – etwa „in Planung“ – gar nicht auf der Karte erscheinen sollen.
Import
Die meisten Unternehmen haben ihre Standorte bereits in einer Tabelle. Exportieren Sie sie als CSV, ordnen Sie beim Import die Spalten zu und prüfen Sie das Ergebnis. My Store Locator verarbeitet bis zu 5.000 Zeilen pro Import und führt eine Import-Historie. Details finden Sie in der Hilfe zum Import.
3. Template wählen
Das Layout hängt davon ab, wie Ihre Besucher suchen. My Store Locator bietet sechs Templates:
- Liste + Karte: Liste links, Karte rechts – der Klassiker für Desktop-Websites.
- Einzelstandort: ein Standort im Vollbild mit allen Details, etwa für eine Filialseite.
- Mobile Sheet: Karte mit hochziehbarer Liste, für Websites mit überwiegend mobilen Besuchern.
- Explorer: Vollbild-Karte mit schwebender Kartenreihe.
- Split View: Liste, Karte und Detailbereich nebeneinander.
- Finder: Suche, Statusfilter, Kacheln und feste Karte – gut für Netze, deren Standorte unterschiedliche Status haben.
Im Free-Plan stehen die Templates 1 bis 3 zur Verfügung. Ein praktischer Punkt: Wenn Sie das Template später wechseln, bleibt der Einbettungscode gleich. Sie müssen auf Ihrer Website also nichts anfassen. Eine Übersicht mit Vorschau finden Sie unter Templates.
Passen Sie danach Farben, Schrift und Ecken an Ihr Design an und legen Sie fest, welche Felder auf den Karten erscheinen. Weniger ist hier oft mehr: Name, Adresse, Öffnungsstatus und ein bis zwei Aktionen reichen meistens.
4. Mobil denken
Ein großer Teil der Suchen nach einer Filiale passiert unterwegs. Prüfen Sie deshalb:
- Ist die Suche ohne Scrollen erreichbar?
- Funktioniert „Meinen Standort verwenden“?
- Lassen sich Telefonnummern antippen und Routen direkt starten?
- Ist die Karte nicht so hoch, dass Besucher auf der Seite „feststecken“?
Wenn Ihre Website vor allem mobil genutzt wird, ist das Template „Mobile Sheet“ ein guter Ausgangspunkt.
5. Einbetten: iframe oder Script?
Es gibt zwei gängige Wege, einen Filialfinder einzubinden.
iframe: Sie fügen ein <iframe>-Element mit fester Höhe ein. Das funktioniert in praktisch jedem Baukasten und CMS, ist stabil und vom Rest Ihrer Seite sauber getrennt. Nachteil: Die Höhe ist fest vorgegeben.
JavaScript-Widget: Sie fügen einen Platzhalter (<div>) und ein Script ein. Das Widget passt seine Höhe automatisch an den Inhalt an. Dafür muss Ihr System eigene Scripts erlauben – bei manchen Baukästen ist das nur in bestimmten Tarifen möglich.
Für die gängigen Systeme gibt es eigene Anleitungen: WordPress, Shopify, Wix, Webflow und HTML/iframe. Zusätzlich können Sie die Karte als Link oder QR-Code teilen, etwa für Flyer oder Aufsteller. Ein WordPress-Plugin mit Shortcode ist in Vorbereitung.
6. Einwilligung berücksichtigen
Beim Laden einer Karte werden Daten wie die IP-Adresse des Besuchers an den Kartendienst übertragen. Viele Unternehmen laden die Karte deshalb erst, wenn der Besucher zustimmt. My Store Locator bietet dafür einen Einwilligungsmodus: Zunächst erscheint ein Platzhalter mit Datenschutzhinweis, die Karte lädt erst nach einem Klick. Hintergründe erklärt unser Ratgeber Store Locator und DSGVO.
Wenn Sie ein Consent-Tool einsetzen, stimmen Sie mit Ihrer Datenschutzberatung ab, ob die Karte dort zusätzlich als Dienst hinterlegt werden soll.
7. Testen vor dem Start
Testen Sie den Filialfinder dort, wo er später läuft – auf Ihrer echten Seite, nicht nur in der Vorschau.
Checkliste
- Alle Standorte sind importiert, die Anzahl stimmt mit Ihrer Quelle überein
- Stichprobe von mindestens zehn Markern: Position stimmt
- Suche nach Ort, PLZ und Filialname liefert sinnvolle Treffer
- Suche nach einem Ort ohne Filiale führt nicht ins Leere, sondern gibt eine verständliche Rückmeldung
- Öffnungszeiten inklusive Mittagspausen und Feiertage stimmen
- Filter (Kategorie, Status, „jetzt geöffnet“) funktionieren
- Telefon-Links, Routen-Links und Website-Links funktionieren
- Darstellung auf Smartphone, Tablet und Desktop geprüft
- Einwilligungsmodus bzw. Consent-Tool greift wie geplant
- Datenschutzerklärung Ihrer Website erwähnt den Kartendienst
- Kontaktformular auf der Karte (falls genutzt) getestet
8. Pflege und Rollen
Nach dem Start beginnt die eigentliche Arbeit: Standorte kommen hinzu, ziehen um oder schließen. Legen Sie fest, wer was ändern darf. In My Store Locator gibt es dafür Rollen – Inhaber, Administrator, Bearbeiter, Filialleiter (nur eigene Standorte) und Betrachter. So können Filialleiter ihre Öffnungszeiten selbst pflegen, ohne an den übrigen Daten etwas zu verändern.
Werfen Sie außerdem regelmäßig einen Blick in die Statistik. Besonders aufschlussreich sind Suchen ohne Ergebnis: Sie zeigen, wo Menschen nach Ihnen suchen, Sie aber keinen Standort haben. Die Statistik arbeitet ohne Cookies und speichert keine IP-Adressen.
Ein guter Rhythmus: Öffnungszeiten vor Feiertagen prüfen, einmal im Quartal die Standortliste mit Ihrer internen Quelle abgleichen und neue Standorte erst freischalten, wenn alle Daten vollständig sind.
FAQ
Wie lange dauert es, einen Filialfinder einzubauen?
Die Einbindung selbst dauert meist nur wenige Minuten. Den größten Teil der Zeit brauchen Sie für die Vorbereitung der Daten. Wenn Ihre Adressliste sauber ist, ist ein Filialfinder oft am selben Tag online.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Sie kopieren einen fertigen Code-Schnipsel in Ihre Website. Bei Systemen wie WordPress, Wix oder Shopify reicht ein HTML- oder Embed-Block.
Was ist besser – iframe oder JavaScript-Widget?
Das iframe funktioniert fast überall und ist die sichere Wahl. Das Widget passt seine Höhe automatisch an und wirkt dadurch etwas natürlicher eingebettet, setzt aber voraus, dass Ihr System Scripts zulässt.
Muss ich den Code ändern, wenn ich das Design wechsle?
Nein. Template, Farben und angezeigte Felder ändern Sie in der App. Der Einbettungscode bleibt gleich.
Probieren Sie es mit Ihren eigenen Standorten aus.
Konto anlegen, Standorte importieren, Karte einbinden. Der Free-Plan bleibt kostenlos – Pro können Sie 14 Tage testen.