Bei einem einzelnen Geschäft ist lokale Suchmaschinenoptimierung überschaubar: ein Unternehmensprofil, eine Adresse, eine Website. Mit zehn, fünfzig oder fünfhundert Standorten wird daraus ein Datenproblem. Jede Filiale braucht korrekte Angaben an vielen Stellen, und jede Abweichung kostet Vertrauen – bei Menschen und bei Suchmaschinen.
Dieser Ratgeber zeigt die Bausteine, die sich bei Filialnetzen bewährt haben. Garantien für bestimmte Platzierungen gibt es in der Suchmaschinenoptimierung nicht – wer Ihnen das verspricht, sollte Sie skeptisch machen.
1. Ein Unternehmensprofil pro Standort
Der wichtigste Baustein für die lokale Suche ist das Google Unternehmensprofil (Google Business Profile). Jeder Standort mit Kundenkontakt sollte ein eigenes, bestätigtes Profil haben.
Worauf Sie achten sollten:
- Ein Profil pro physischem Standort. Doppelte Profile für dieselbe Adresse schaden eher, als dass sie helfen.
- Zentrale Verwaltung. Bei vielen Standorten lohnt sich die Verwaltung über eine Unternehmensgruppe, statt dass jede Filiale ihr Profil selbst anlegt.
- Passende Hauptkategorie. Sie bestimmt maßgeblich, bei welchen Suchen das Profil erscheint.
- Vollständige Angaben. Öffnungszeiten inklusive Sonderöffnungszeiten, Telefonnummer, Link zur passenden Standortseite (nicht nur zur Startseite) und aktuelle Fotos.
Auch andere Dienste wie Apple Maps, Bing Places und Branchenverzeichnisse spielen eine Rolle. Konzentrieren Sie sich zuerst auf die Plattformen, über die Ihre Kunden tatsächlich kommen.
2. Einheitliche Daten (NAP)
NAP steht für Name, Address, Phone – also Name, Adresse und Telefonnummer. Diese Angaben sollten überall identisch sein: auf Ihrer Website, im Unternehmensprofil, in Verzeichnissen und in Ihrem Store Locator.
Typische Fehlerquellen bei Filialnetzen:
- Umzüge, die nur an einer Stelle nachgetragen wurden
- Unterschiedliche Schreibweisen des Filialnamens
- Zentrale Hotline an einer Stelle, Durchwahl der Filiale an anderer
- Geschlossene Standorte, die in Verzeichnissen weiterleben
Am einfachsten ist es, eine einzige Quelle für Standortdaten festzulegen und alle anderen Stellen daraus zu befüllen. Ein Store Locator mit gepflegter Standortliste kann diese Quelle sein – mit CSV-Export lassen sich die Daten an andere Systeme weitergeben.
3. Eigene Standortseiten
Für Suchmaschinen ist eine Seite pro Standort meist wertvoller als eine einzige Seite mit allen Filialen. Eine gute Standortseite hat:
- eine eigene, sprechende URL (zum Beispiel
/standorte/koeln/ehrenfeld/) - Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten als Text – nicht nur als Bild oder in einer Karte
- eine kurze, wirklich lokale Beschreibung: Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Ansprechpartner, Besonderheiten des Standorts
- einen Link zur Routenplanung und eine klare Kontaktmöglichkeit
Vermeiden Sie Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Hunderte fast identische Texte bringen wenig und können im Zweifel als minderwertiger Inhalt gewertet werden. Lieber weniger Text, dafür echte Informationen zum Standort.
Standorte mit einem Status wie „in Planung“ oder „geschlossen“ sollten Sie nicht als normale Standortseite indexieren lassen.
4. Strukturierte Daten (LocalBusiness)
Mit strukturierten Daten nach schema.org beschreiben Sie einen Standort maschinenlesbar. Für Filialen ist der Typ LocalBusiness oder ein passender Untertyp üblich. Typische Angaben:
- Name und URL der Standortseite
- Adresse (
PostalAddress) und Koordinaten (GeoCoordinates) - Telefon und E-Mail
- Öffnungszeiten (
OpeningHoursSpecification) - Verweis auf das Unternehmen (
parentOrganization)
Strukturierte Daten sind kein Ranking-Trick, sie helfen Suchmaschinen aber, Ihre Angaben richtig zuzuordnen. Wichtig: Die Daten müssen mit dem sichtbaren Inhalt der Seite übereinstimmen. Prüfen Sie das Markup mit dem Rich-Results-Test oder dem Schema Markup Validator.
5. Interne Verlinkung
Standortseiten, die nirgends verlinkt sind, werden schlecht gefunden. Eine sinnvolle Struktur:
- Startseite oder Hauptnavigation → Übersicht „Standorte“
- Übersicht → Regionen oder Städte (bei vielen Standorten)
- Region → einzelne Standortseiten
- Standortseite → benachbarte Standorte und passende Leistungsseiten
Verlinken Sie außerdem aus dem Unternehmensprofil auf die jeweilige Standortseite statt auf die Startseite.
6. Bewertungen
Bewertungen beeinflussen, ob Menschen Sie anrufen oder weiterklicken. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung, zum Beispiel mit einem Link oder QR-Code im Geschäft. Beantworten Sie Bewertungen, auch kritische, sachlich und zeitnah.
Was Sie nicht tun sollten: Bewertungen kaufen, Gegenleistungen für positive Bewertungen anbieten oder nur zufriedene Kunden gezielt auswählen. Das verstößt gegen die Richtlinien der Plattformen und kann rechtliche Folgen haben.
7. Was ein Store Locator für SEO leistet – und was nicht
Hier lohnt sich Ehrlichkeit. Ein eingebetteter Store Locator ist vor allem ein Werkzeug für Ihre Besucher: Er hilft ihnen, die nächste Filiale zu finden, zeigt Öffnungszeiten und führt zum Anruf oder zur Route.
Für Suchmaschinen ist er dagegen nur begrenzt hilfreich. Inhalte, die per iframe oder Widget von einer anderen Adresse geladen werden, zählen in der Regel nicht als Inhalt Ihrer eigenen Seite. Die Adressen in der Karte machen Ihre Seite also nicht automatisch für „Filiale + Ort“ sichtbar.
Was Sie stattdessen brauchen, sind indexierbare Standortseiten, wie in Abschnitt 3 beschrieben. Dafür gibt es zwei Wege:
- Selbst anlegen: Sie erstellen pro Standort eine Seite in Ihrem CMS und binden dort zum Beispiel das Template „Einzelstandort“ ein.
- SEO-Standortseiten von My Store Locator: Im Business-Plan können Sie in der App SEO-Standortseiten einrichten – eine Seite pro Standort mit strukturierten Daten. Die Einstellungen dazu, etwa das URL-Muster und welche Status nicht indexiert werden sollen, nehmen Sie in der App vor. Mehr dazu unter Preise.
Ein Store Locator ersetzt also keine SEO-Arbeit. Er hilft aber, die Grundlage sauber zu halten: eine gepflegte, einheitliche Standortliste.
8. Erfolg messen
Messen Sie, was Ihnen Kunden bringt, nicht nur Platzierungen:
- Unternehmensprofil: Aufrufe, Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks je Standort
- Search Console: Suchanfragen und Klicks auf Ihre Standortseiten
- Store Locator: In My Store Locator sehen Sie Kartenaufrufe, Suchen, geöffnete Standorte, Routen, Anrufe, Website-Klicks und die häufigsten Suchbegriffe – ohne Cookies und ohne gespeicherte IP-Adressen
Besonders interessant sind Suchen ohne Ergebnis. Sie zeigen, in welchen Orten Menschen nach Ihnen suchen, in denen Sie keinen Standort haben – ein Hinweis für die Expansionsplanung.
Häufige Fehler bei Filialnetzen
Einige Probleme sehen wir bei Unternehmen mit vielen Standorten immer wieder:
- Zuständigkeit ungeklärt. Die Zentrale pflegt die Website, die Filialen pflegen ihre Profile – und niemand gleicht beides ab. Legen Sie fest, wer für welche Angaben verantwortlich ist.
- Geschlossene Standorte bleiben online. Markieren Sie geschlossene Filialen im Unternehmensprofil als dauerhaft geschlossen und leiten Sie die alte Standortseite auf eine sinnvolle Seite weiter, etwa den nächstgelegenen Standort.
- Feiertage vergessen. Falsche Öffnungszeiten an Feiertagen führen zu verärgerten Kunden und schlechten Bewertungen. Planen Sie die Pflege vor Feiertagen fest ein.
- Franchise- und Partnerstandorte. Wenn Partner eigene Websites betreiben, stimmen Sie ab, welche Seite für welchen Standort die maßgebliche ist, damit sich Zentrale und Partner nicht gegenseitig Konkurrenz machen.
Checkliste
- Jeder Standort hat ein eigenes, bestätigtes Unternehmensprofil
- Hauptkategorie und Öffnungszeiten (inkl. Feiertage) sind gepflegt
- Name, Adresse und Telefonnummer sind überall identisch
- Es gibt eine zentrale Quelle für Standortdaten
- Jeder Standort hat eine eigene, indexierbare Seite mit echtem lokalem Inhalt
- Strukturierte Daten (LocalBusiness) sind eingebaut und geprüft
- Standortseiten sind intern verlinkt
- Unternehmensprofile verlinken auf die passende Standortseite
- Es gibt einen Ablauf für Bewertungen und Antworten
- Kennzahlen werden mindestens monatlich angesehen
FAQ
Reicht ein Store Locator für Local SEO?
Nein. Ein eingebetteter Store Locator hilft Ihren Besuchern, verbessert aber die Sichtbarkeit Ihrer Website in der lokalen Suche kaum, weil Inhalte im iframe nicht als Ihr Seiteninhalt gewertet werden. Entscheidend sind Unternehmensprofile und eigene Standortseiten.
Brauche ich für jeden Standort eine eigene Seite?
Für Standorte mit Kundenverkehr ist das empfehlenswert. Jede Seite sollte aber echte, lokale Informationen enthalten – nicht nur einen ausgetauschten Ortsnamen.
Was sind strukturierte Daten und muss ich sie selbst schreiben?
Strukturierte Daten beschreiben Ihre Standortangaben in einem maschinenlesbaren Format. Viele CMS-Erweiterungen erzeugen sie; die SEO-Standortseiten von My Store Locator (Business-Plan) enthalten sie bereits.
Wie schnell wirken lokale SEO-Maßnahmen?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Korrekturen im Unternehmensprofil sind oft schnell sichtbar, neue Standortseiten brauchen in der Regel länger, bis sie gefunden und bewertet werden.
Probieren Sie es mit Ihren eigenen Standorten aus.
Konto anlegen, Standorte importieren, Karte einbinden. Der Free-Plan bleibt kostenlos – Pro können Sie 14 Tage testen.